|
|
|
|
Erstmals wurde in Liener im Jahre 1933 ein Schützenverein gegründet. Bis einschließlich 1939 wurde alljährlich im Juli ein Schützenfest gefeiert. Der Festplatz war auf dem Hof Bergmann. Mit Beginn des 2. Weltkrieges stellte der Verein seine Tätigkeit ein. Die Königskette aus dem Jahre 1933 ist mit den Plaketten der Vorkriegskönige noch vorhanden. Sie wurde von Heinrich Thoben, Lienerloh, dem letzten König vor dem 2. Weltkrieg, über die Kriegsjahre und bis zur Neugründung des Schützenvereins aufbewahrt.
In den Jahren nach dem Kriege war in der Bauernschaft zunächst kein Interesse für ein Wiederaufleben des Schützenvereines und der Feier des Schützenfestes vorhanden. Bis 1965 wurde jedoch jedes Jahr ein so genanntes „Sommerfest“ gefeiert. Es war eine eintägige Veranstaltung, die nachmittags mit Spielen für die Kinder begann und abends mit einer Tanzveranstaltung im Festzelt endete.
Am 31.10.1965 fand eine Dorfversammlung statt, in der über die Gründung eines Schützenvereins beraten und abgestimmt wurde. 43 Teilnehmer stimmten für die Gründung, 22 dagegen und 2 enthielten sich der Stimme. Von der Versammlung wurde dann ein Festausschuss gewählt, der die Vereinsgründung vorbereiten sollte. Zum 1. Vorsitzenden des Festausschusses wurde der Gastwirt Heinrich Lücken gewählt. Anfang November 1965 wurden von den Mitgliedern des Festausschusses mit Listen Hausbesuche in Liener gemacht. In diese konnten sich die Interessenten eintragen, die Mitglied des geplanten Schützenvereins werden wollten. 116 Personen haben sich in diese Listen eingetragen. Danach folgte am 17. November 1965 die Gründungsversammlung im Saal der Gaststätte Lücken. Die Teilnehmer fassten die notwendigen Beschlüsse für den Beginn des Vereins. Als Standort für den Schießstand wurde ein Platz bei der Gaststätte Lücken festgelegt. An Kosten kalkulierte man 3.000 DM ein. Der erste Vorstand wurde wie folgt gewählt:
1. Vorsitzender: Heinrich Lücken
2. Vorsitzender: Hermann Thoben (Landwirt)
Schriftführer: Anton Drees
Stellvertreter: Hermann Thoben (Elektro)
Kassenwart: Heinrich Dröge
Stellvertreter: Bernhard Thoben
Schießwart: Wilhelm Bohmann
Bereits am 27. November 1965 wurde mit dem Umbau eines ehemaligen Schweinestalles des Gastwirtes Lücken zum Schießstand begonnen. Die Bauarbeiten wurden Ende Februar 1966 abgeschlossen. Am 22. Mai 1966 fand die erste Generalversammlung statt. Einstimmig fassten die 80 Teilnehmer der Versammlung den Beschluss, dass der Verein als Bruderschaft geführt werden und dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften beitreten soll. Als erste Offiziere wurden Bernhard Korte (Hauptmann), Bernhard Lückmann (Adjutant) und Bernhard Suhle (Feldwebel) gewählt.
Das erste Königschießen fand am 3. Juli 1966, eine Woche vor dem Schützenfest, statt.
Der Briefträger Heinrich Thyen wurde König. Bis 1994 wurde der König am Sonntag vor dem Schützenfest im Scheibenschießen ermittelt. Seit 1995 wird der König am Samstag, dem 1. Schützenfesttag, mit dem Adlerschießen ausgeschossen. In der Generalversammlung 1975 wurde beschlossen, zukünftig auch einen Kinderschützenkönig zu ermitteln. Als erster Kinderkönig ging dann 1976 Robert Thoben aus dem auch heute noch bei den Jungschützen beliebten Wettkamp hervor. Den Schützenthron bilden die Königspaare und jeweils zwei weitere Paare als Mitregenten.
Am 10. Juli 1966 fand das erste Schützenfest nach dem Kriege mit Fahnenweihe und Aufnahme in den „Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften“ statt. Alljährlich wird seitdem das Schützenfest am Samstag und Sonntag des 2. Wochenendes im Monat Juli gefeiert. Das 50-jährige Bestehen feierte der Verein am 10. Juli 1983 mit einem großen Jubiläumsschützenfest. 20 befreundete Bruderschaften und Vereine mit über 800 Schützen und 5 Musik- und Fanfarenzüge nahmen an dem Festumzug und der Feier teil. Das 25. Schützenfest als Bruderschaft wurde am 8. Juli 1990 gefeiert.
Die Königspaare des Schützenvereins:
Als 1993 das ehemaligen Schulgebäude von der Gemeinde Lindern der Dorfgemeinschaft Liener e.V. zur Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus überlassen wurde, bot sich auch dem Schützenverein die Nutzung des Gebäudes und die Errichtung eines Schießstandes auf dem ehemaligen Schulplatz an. Zugunsten des Ortsbildes wurde von einem oberirdischen Schießstand abgesehen und eine unterirdische Anlage gebaut. Die Bauarbeiten wurden von den Mitglieder mit vielen Arbeitsstunden in Eigenleistung ausgeführt. Trotzdem waren von dem Verein noch 85.300 DM an Materialkosten aufzubringen. Zur Finanzierung wurde von vielen Mitgliedern durch zinslose Darlehen, sogenannte Bausteine, mit insgesamt 37.500 DM beigetragen. Die Eröffnungsfeier des neuen Schießstandes mit Einsegnung durch Pfarrer Alfons Hölscher fand am 06.03.1994 statt. Der neue Schießstand verfügt über 4 Stände für Kleinkalibergewehr und 4 Stände für Luftgewehr und Luftpistole, jeweils ausgerüstet mit Zugscheiben.
Mit vielen Veranstaltungen trägt die Schützenbruderschaft erheblich zu dem vielfältigen Dorfleben in Liener bei. Zu nennen sind hier insbesondere das Schützenfest mit Adlerschießen, die traditionellen Nachfeier am Montag nach dem Fest, der Schützenball und die gemeinsame Teilnahme an den Schützenfesten in Lindern und Garen. In mehreren Pokal- und Preisschießen, der Vereinsmeisterschaft, dem Vergleichsschießen der ehemaligen Könige und überörtlichen Wettkämpfen können sich die Mitglieder im Schießsport messen. Am Namenstag des Schutzpatrons der Bruderschaft, des hl. Klaus von Flüe, wird am 25. September abends eine Messe bei der Klus gefeiert. Zahlreiche Mitglieder nehmen auch alljährlich an der Wallfahrt nach Bethen, der Gedenkfeier am Volkstrauertag in Lindern und einem Einkehrtag teil. Zweimal jährlich wird ein Preisdoppelkopfturnier durchgeführt. Jeden Freitag ist der Schießstand zum Übungsschießen, aber auch zum Kartenspielen, Knobeln und Klönen usw. geöffnet.
Ein besonderes Anliegen der Bruderschaft ist es, auch den Kindern und Jugendlichen der Bauernschaft Liener eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten. Hierzu findet seit 1983 jeden Freitag von 19 bis etwa 20.30 Uhr ein Übungsschießen für Jungen und Mädchen ab 10 Jahre statt. Dies hat sich erfreulicherweise zu einem Jugendtreff entwickelt. Viele Kinder und Jugendliche treffen sich dann zum Übungsschießen, Klönen, Billiardspielen, Kartenspielen und sonstigen Spielen im Dorfgemeinschaftshaus oder zum Fußballspiel auf dem Dorfplatz vor dem Gebäude. Besonders beliebt sind hierbei auch die angebotene heiße Bockwurst und die Cola zum verbilligten Preis. Gute Schießergebnissen zeigen die Jungschützen bei ihren Pokalschießen und beim Bezirksjungschützentag.
Vorsitzende und Brudermeister waren von 1965 bis 1972 Heinrich Lücken und von 1972 bis 1993 Heinrich Siefer (U21.12.1993). Seit 1994 hat Gerhard Thole dieses Amt inne. Das Amt des Präses der Bruderschaft hat seit der Gründung der jeweilige Pfarrer von Lindern übernommen. Dies waren von 1966 bis 1978 Franz Quatmann und von 1978 bis 1998 Alfons Hölscher (U 10.03.1998). Seit Oktober 1998 ist der neue Pfarrer, Ludger Fischer, Präses der Bruderschaft.
Die umfangreichen Veranstaltungen sind nur dank der aktiven Mitarbeit von vielen Mitglieder möglich. Die Ämter des Vorstandes und der weiteren Funktionen sind wie folgt besetzt.
Vorsitzender und
Brudermeister: Theo Lüers
Stellvertreter: Antonius Korte
Schriftführer: Heinrich Schütte
Stellvertreter: Hermann Thoben
Kassierer: Heinrich Horstmann
Stellvertreter: Edith Purk
Schießmeister: Berthold Suhle
Stellvertreter: Martin Purk
Jungschützenmeister: Heinz-Theo Wolke
Stellvertreter: Karsten Wilken
Jungschützenwart: Theo Lüers
Offiziere: Karl-Heinz Wichmann
(Hauptmann),
Dieter Thoben (Leutnant),
Hubert Windt (Feldwebel)
Zugführer: 1. Zug Gerhard Hermeling
2. Zug Heinrich Knurbein
3. Zug Heinrich Otten
4. Zug Josef Wördemann
Fahnenträger: Manfred Düing
Alwin Thoben
Rudolf Thoben
Ersatzfahnenträger: Stefan Bruns
Reinhard Burke
Rainer Gödeker
Josef Haker jun.
Heinrich Lückmann
Frank Thoben
Manfred Thoben
Schießstandwart: Wilhelm Hermeling
Komitee Kinderkönig: Ludwig Heidkamp
Wilhelm Hermeling
Heinz Rawe
Komitee Adlerschießen: Bernd Drees
Gerd Elschen (auch Adlerbauer)
Hermann Plümper
Martin Purk
Bernhard Ortmann
Ludwig Ortmann
Kassenprüfer: Gerhard Hermeling, Siedlung
Hans Thoben, Loh.
Der Schützenbruderschaft gehören rd. 200 Schützen und 60 Schützenschwestern an. Seitenanfang